Okayama, Hiroshima, Yamaguchi / Japan

Posted on March 21st, 2011

Zugegeben – es hat eine Weile seit dem letzten Post gedauert, aber was soll man machen, wenn plötzlich mal alles klappt und so einfach nichts wirklich zu erzählen ist. Seit Kanako mit uns gefahren ist, ging nichts mehr schief: Da kamen immer noch Bahnen, wenn wir welche brauchten und es hatte alles noch offen, wo wir rein wollten. Von daher einfach mal ein Bild von jeder Station:

Okayama

Hiroshima

Yamaguchi

Nachdem Kanako uns dann in Yamaguchi wieder verlassen musste (Arbeit ruft), sind wir fast sofort wieder auf den alten Stand verfallen: Ansich war ein kleiner Rundweg um den Berg geplant. Da sind wir auch lang gelaufen. Problem nur ist, dass die Ausschilderung doch eher spärlich war und wir dann eben doch falsch abgebogen waren. Dann kreuz und quer durch ein paar japanischer Dörfer und schließlich durch den Wald und einen Vorgarten wieder zurück. Der offizielle Weg war das bestimmt nicht. Dafür haben wir noch 2 andere Wege gefunden unterwegs, die auch offiziell waren, nur eben nicht unserer. Es hatte also geschlagene 2Stunden gedauert zwischen Kanakos Abreise bis wir zum ersten Mal wieder keinen Schimmer hatten, wo wir waren. Immerhin.

Dumm an dieser Stelle war nur wieder, dass es jetzt doch recht kräftig anfing zu regnen und wir noch gut eine Stunde von der Stadt entfernt waren. Aber irgendwie müssen wir schon einen hinreichend elendigen Eindruck erweckt haben. Jedenfalls wurden wir dann von einen Japaner auf offener Straße aufgelesen, der uns dann zurückgefahren hat. Ob er dann mit 70 über die Feldwege gehizt ist, um uns wieder schnellstmöglichst loszuwerden, sei dahingestellt, aber die Fahrweise war doch recht interessant.

Nunjo … den Nachtbus haben wir dann bekommen und sind weiter Richtung Biwa-See, wo die letzten paar Tage noch verbracht werden. Ich denke mal, da wird es schon noch was geben, was ich schreiben kann. Kanako kann uns ja nicht mehr beschützen …

Koyasan / Japan

Posted on March 13th, 2011

Auf der Reise zum nächsten Quartier hatten wir ein leichtes Deja-vu vom letzten Besuch in Morioka vor 2 Jahren. Zuerst einmal haben wir den “Local”-Zug genommen, statt Express, weil wir letzteren gerade um ein paar Minuten verpasst hatten und nicht auf den nächsten warten wollten. Wurde dann insofern komisch, dass irgendwie nur Leute ausstiegen und keiner einstieg. Die Gegend wurde auch langsam ländlicher. Alles wie damals …
Anders als damals waren wir dann aber auf einmal alleine im Zug und der hielt auf einem Bahnhof. Jedenfalls gab es Bahnsteige, einen Parkplatz und einen kleinen Park. Sonst nichts. Keine Stadt oder sonstwas zu sehen. Wir also stupide sitzen geblieben, weil das bei Weitem nicht so aussah, wie das, wo wir eigentlich hin wollten. Dumm nur, wenn auf einmal der Zugführer ankommt und meint, der Zug würde hier enden und wir sollten doch bitte aussteigen.
So standen wir nun da. Wo das war wissen wir immernoch nicht. Wie gesagt: Ein Ort war irgendwie nicht zu sehen. Sonderlich toll fanden wir es dann auch nicht, als die nächsten paar Züge es nichtmal für nötig hielten zu halten und unser Zug inzwischen wieder umgedreht und zurück gefahren war. Naja, aber da wir diesmal noch keine Geister, Gottheiten oder ähnliches gestört hatten, kam dann diesmal nach einer halben Stunde doch noch eine Bahn die uns weiter mitnahm. Witzigerweise sind wir dann doch ein paar Bahnhöfe später in den nächsten Express-Zug eingestiegen, auf den wir eigentlich nicht hatten warten wollen. Naja, hauptsache da.

Tags drauf dann also auf nach Koyasan. Hauptquartier einer buddhistischen Sekte (welche genau müsstet ihr jetzt mal Wikipedia fragen). Auf alle Fälle besteht der Ort quasi nur aus Tempeln und einem Friedhof. Da es ja nun Frühling ist und ansich demnächst alles Blühen sollte, musste das weiße Zeug, das überall rumlag, ja eigentlich aus Blüten bestehen. Bisschen rutschig und irgendwie hatten die Bäume überall auch keine Blüten mehr am Baum dran, aber es ist Frühling, dass müssen Blüten sein! Sieht auch net schlecht aus so ein Tempel mit weißen Blüten drauf und auch am Friedhof, der komplett im Wald liegt, macht das gut Eindruck. Interessanter Punkt ist, dass an manchen Grabstätten auch Firmennamen stehen. Noch haben wir keine Ahnung, ob da der Firmengründer oder ein hohes Tier aus der jeweilgen Firma bestattet wurde. Könnte auch sein, dass es einfach so ein symbolisches Sammelgrab für alle Firmenangehörigen ist. Immerhin ist der Ort dann doch recht weit oben auf der Liste der heiligen Orte. Bei der Sekte genaugenommen ganz oben. Die haben auch andere Ansichten zur Abgrenzung bzgl. der Abgrenzung zum Shintoismus, so dass man mitten in manchen Tempeln auch noch etwas findet, dass wir eine Schrein aussieht, aber trotzdem buddhistisch ist und zum Tempel gehört.
Vor 100Jahren waren es angeblich noch um 1800 Tempel hier. Inzwischen wurden manche zerstört oder zusammengelegt, so dass es “nur noch” 117 sind. Trotzdem etwas zuviele, um sich alle anzusehen. Nebenbei … wenn ihr etwas am Fuße eines Berges seht, dass wie der Eingang zu einem Schrein aussieht, aber noch kein Schrein zu sehen ist, nicht da lang laufen. Das kann eine ganze Weile dauern, bis man den Schrein dazu findet und der Weg dahin muss auch nicht zwingend qualitativ gut sein. (Nebenbei haben wir auf dem Weg nur noch einen Ausländer außer uns getroffen. Japaner wissen wohl, dass man da nicht langgehen sollte.) Naja, nachdem wir den Weg also bis zu seinem Ende durchlaufen hatten, waren wir wieder am anderen Ende der Tempelstadt. Hier stand dann auch ein kleines Hinweisschild “Women Pilgramage Path”. Aehmja. Zu Spät.
Abends waren wir dann noch etwas risikofreudig: Photos von Nachts angeleuchteten Häusern machen nunmal etwas her. Also nachgeschaut, wann der letzte Bus kommt, der zurück zur Kabelbahn fährt und darauf geplant. Ihr seht wir lernen manchmal aus unseren Erfahrungen! So haben wir es dann auch geschafft dieses Mal nicht nach Hause laufen zu müssen (wären diesmal auch 50km statt 20km vom letzten Mal gewesen). Lustig ist dann auch, dass wir zuerst immer alleine waren: Keiner sonst im Bus, keiner in der Kabelbahn und auch im Zug am Anfang keiner zu sehen. Hat man also doch genug Platz. Alles in allem doch ein witziger Tag, insbesondere ob der vielen Kirschblüten überall.

Koyasan

Nagoya, Tsu / Japan

Posted on March 13th, 2011

Nachdem Irland ja nun doch etwas kurz kam, was den Blog betrifft, versuch ich dann doch mal hier wieder etwas zu schreiben. Wobei soviel gibt es noch nicht zu erzählen. Wird also eventuell doch wieder mehr eine Bildersammlung.

Flug usw. waren mal wieder ohne Probleme. Inzwischen gibts in Peking auch Internet auf dem Flughafen. Muss man zwar seinen Pass für scannen lassen, aber was tut man nicht alles, damit die 5h nicht gar zu lang werden. Ansonsten lief das mit dem Jetlag diesmal etwas besser und wir konnten den Tag schon rumlaufen. Bisschen hier und da umgeschaut, aber nichts erwähnenswertes großartig passiert. Einzig die Suche nach einem Klo kann sich manchmal unerwartet schwierig gestalten: Man sollte meinen dass in einem zentralen Kaufhaus ansich irgendwo so etwas existieren sollte. Nunjo … nicht wenn selbiges Kaufhaus doch eher auf Frauen als Zielgruppe abzielt. Stockwerke 1-4 gabs stille Orte nur für Frauen. Auf Stockwerk 5 war es dann noch verriegelt, aber immerhin gab es hier dann einen Bereich für Männer. Schließlich in Stockwerk 6 fand dann auch Chris die Erlösung in Form einer funktionierenden Toilette und nochmal 3 Leuten, die vor ihm gewartet haben. Merke für die Zukunft: Die Zielgruppe eines Kaufhauses ist wichtig für dessen Einrichtungen. Egal was andere sagen.

Dann geht die Reise weiter nach Tsu bzw Ise. Und in Ise gabs, neben 2 recht wichtigen Schreinen, noch etwas wichtiges zu bestaunen: Ein Japaner in der Touristeninformation, der wirklich Englisch kann. Also so richtig, dass man es versteht und man sich mit ihm unterhalten kann. Passiert nicht oft irgendwie. Derart informatiert dann also auf zu den Schreinen. Allesamt, wie üblich, recht alt und ansehnlich. Nur doof, dass man die Hauptschreine nicht angucken kann. Da beschränkt sich das ganze auf das Tor vor dem Tor. Und selbst das darf man nur von weiter weg photographieren. Ansonsten ist noch ein Zaun um alles wesentliche, so dass man hier und da mal die Häuserdächer sieht, aber sonst nichts. Nebenbei im inneren Schrein wird der Hauptschrein alle 20Jahre einmal komplett neu aufgebaut, dann gibts einen großen Umzug und danach wird der alte Schrein abgerissen. Und wieder knapp vorbei – nächster Termin ist 2013.
Interessant ist aber, dass uns der Mensch aus der TouriInfo noch 2 Anhänger gegeben hat mit der Bemerkung: “From the old ruins, so kind of sacred”. Nicht dass wir uns sicher wären ihn richtig verstanden zu haben, aber das hieße die Teile wären noch vom letzten Schrein gewesen. Normalerweise ist das Holz davon so heilig, dass man davon überall in Japan neue Schreine baut. Aber eventuell ist irgendwo eine Ecke für uns übrig geblieben. Nächster witziger Punkt ist, dass direkt vor uns 2 Franzosen in der TouriInfo waren und die haben nix bekommen. Ätsch.

Outer Shrine Ise

PS: Ich werde mich mal hier größtenteils auf den erfreulicheren Teil des Ausflugs hierher beschränken. Katastrophenmeldungen betreffen uns (bisher) nicht und die sieht man auch im Fernsehen zur Genüge. Etwas zu lesen gibts dann auch noch beim Chris auf iij.sphageus.de. Wer mich direkt sprechen will, kann das per ICQ oder MSN oder Email tun. Bisher war ich jeden Tag einmal morgens und abends online. (Ja ich hab etwas länger gebraucht, um wenigstens diesen kleinen Blogeintrag zu basteln …)